Wieviele Anteile gibt es in mir ... ???

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Wieviele Anteile gibt es in mir ... ???

Ungelesener Beitrag von wasserringe.net » Sa 1. Sep 2007, 22:54

Also,

multipel bin ich nicht. ICH bin ICH und nie "wir". Aber ich glaube, man kann es am besten so beschreiben, dass es mal dieses "ich" in mir gibt und mal jenes "ich", also dass ich (...) aus einzelnen Anteilen in mir drin bestehe.

Mir kommt grade das Bild für einen Kuchen in den Sinn. Wobei dieser Vergleich aber auch hinkt.

Eine Torte kann man ja z.B. mit den einzelnen Stücken, wie man sie mal schneiden will, oben auf dem Tortendeckel "vorzeichnen". Also die zu schneidenden Stücke vormalen, um später mal gerade und gleichmäßig in der Größe die Stücke abzuteilen.

Bei einer Vorzeichnung ist die Torte aber noch in sich "ganz" und noch nirgendwo ist bereits etwas abgeschnitten. Anteile sind erkennbar - aber es ist ganz.

Wenn ich die Torte in einzelne Teile schneide, sind Anteile erkennbar, sichtbar - aber sie ist eben nicht mehr GANZ.

Das trifft das Bild für mich eben doch nicht. :mannmann:


Was ich meine, ist:
Ich bin trotz meiner einzelnen Persönlichkeitsanteile, egal welcher Anteil gerade agiert, eben doch auch noch ein Ganzes. Das ist so schwer zu beschreiben, was ich sagen will ... :auge:


Gestern hatte ich ein Erlebnis, das ich schon oft hatte. Nur wurde es mir gestern extremst bewusst.


Ich hatte gestern Streit gehabt mit jemandem. Von einem Moment auf den anderen war ich nicht mehr "meine Ganzheit". Als würde in mir der schlafende "böse" Anteil geweckt werden, der urplötzlich die Regie über MICH übernahm. Es flutschten mir Worte über die Lippen, wo ich mir vorher zurechtgelegt hatte: "Sollte ich mal in eine derartige Streitsituation kommen, werde ich dies oder jenes garantiert niemals aussprechen. Oder dies oder das nie tun."

Ich fühlte mich dann wie ferngesteuert. Ich sprach Dinge aus und handelte anders als ursprünglich beabsichtigt. Mein "böser" Anteil agierte, völlig die Kontrolle übernehmend, selbständig.

Es fühlte sich an, wie wenn meine Ganzheit, die es ja trotzdem immer noch gab!, zu Boden gedrückt oder an die Wand gedrückt wurde, meiner Ganzheit der Mund zugehalten wurde und ich als Ganzheit diesem einen Anteil in bzw. aus mir völlig ausgeliefert und nun total wehrlos war. Der "böse, wütende, hassende" Anteil in mir hatte die Macht mit aller Gewalt an sich gerissen, die ich als Ganzheit ihm niemals freiwillig gegeben hätte. Der Anteil riss sich heraus aus der Ganzheit, und dennoch gab es diese Ganzheit trotzdem auch immer noch. (Schwierig, gell - kommt Ihr noch mit?)


Ich haute dann ab zum Bahnhofsautomaten, um mein Prepaid-Handy aufzuladen (aber in erster Linie, um in meiner Wut an die frische Luft zu kommen). Immer noch getrieben von jenem Anteil in mir.

Übrigens ist das Abhauen in solchen stressigen Konfliktsituationen von mir eine dermassen typische Handlungsweise von mir. Ich flüchte, zieh mich zurück. Es ist, als ob meine restliche Ganzheit sich mit all der letzten Kraft dem Anteil gegenüber versucht durchzusetzen, als ob diese Ganzheit sich mit der Flucht durchsetzt, um dem Anteil die Möglichkeit zu nehmen, noch viel mehr zu zerstören als er es bis zum "jetzigen erreichten" Zeitpunkt schon geschafft hatte. Quasi wie ein Sich - Aufbäumen der unterdrückten Ganzheit, ein Sich - Wehren mit letzter Kraft.



Am Automaten wusste ich meine Handynummer nicht mehr. Die kann mein Anteil auch schliesslich nicht wissen, oder? Ich habe mich zusammengerissen, so würde man sagen.

Das habe ich aber nicht. Ich habe diesem elendigen Scheiss-Anteil, der nach dem Verlassen der Wohnung wieder voll die Regie über mich führte, "befohlen", sich quasi *ähm* zu verpissen :mad: damit ich mein Hirn wieder für mich allein habe. Irgendwas "klickte" da, als ob sich jener Anteil gefügt hätte und plötzlich war meine "ganze" Ganzheit wieder hergestellt.


Dadurch wurde ich wieder fähig, mich selbst komplett zu reflektieren (auch die Handynummer wusste ich wieder bzw. ich hab erst da wieder gewusst, wie ich meine eigene Nummer aus meinem Adressbuch abrufen kann; nicht mal das konnte ich kurz vorher).

Ich sah und erkannte, welcher Film da eigentlich gerade abgelaufen war.


Mir macht das alles solche Bauchschmerzen.


Kennt Ihr das auch?


Ich habe verschiedene Anteile, Namen haben sie keine. (Hilft es denn, ihnen welche zu geben?)

Ich kenne da in mir:

1. Den wütenden, hassenden, bösen, zerstörenden Anteil ("Warum schlägst Du in wenigen Sekunden alles kaputt, was Dir so lieb und teuer, wertvoll ist/war")

2. Den kleinen Anteil, der ein Kind ist ("Ich will klein sein, Kind sein, unschuldig sein, behütet sein, schwach sein dürfen...")

3. Den souveränen, eleganten, erwachsenen, selbstbewussten, von anderen beneideten Anteil (kommt extremst selten zu Tage)

4. Der depressive Anteil (sieht in allem keinen Sinn, macht mich runter, zieht mich in diese dunklen Löcher, nimmt mir Mut und Lebenswillen, lässt Zielsetzungen verblassen, sorgt für Kontaktabbrüche und -vermeidung ... blablabla)


5. ??? (bin noch auf der Suche)


und schliesslich meine "Ganzheit". Diese vereint alle Anteile in sich, das bin "richtig" ICH. Als wenn Puzzleteile zusammenklicken und ein Bild mit Sinn zu sehen ist.


Obwohl ich mir so sicher bin über das, was ich als wahr für mich erlebe, täglich und immer wieder, hab ich jetzt gerade das Gefühl: "Du schreibst nur Blech."


Deshalb höre ich hier erst mal auf...

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